Programm- und Change-Management

Bevor wir hier in unsere Rolle bei TAP einsteigen und Erkenntnisse aus einem so großen Projekt teilen, starten wir – ganz nach Simon Sinek – mit dem Wichtigsten: dem Warum.  Und zwar dem grundlegenden Warum für alle Neulinge in der Energiewirtschaft: Warum ist Abrechnung in der Energiewirtschaft (EnWi) heute so komplex geworden und warum braucht es dafür überhaupt eine Software? 

Warum ist Abrechnung in der EnWi so komplex? 

Früher war die Energiewelt übersichtlich: Wenige große Kraftwerke, klare Lieferketten, einmal im Jahr Zähler ablesen, Rechnung schreiben – fertig! 
Heute sieht das anders aus: Viele dezentrale Erzeuger (Wind, PV, Blockheizkraftwerke), Kund:innen sind gleichzeitig Verbraucher und Erzeuger, es entstehen enorme Datenmengen durch intelligente Messsysteme (Smart Meter), Abrechnung geht nicht mehr nur pro Kilowattstunde, sondern viertelstündlich oder sogar minütlich und unterschiedliche Plattformen und Datenformate erschweren den Prozess.  
Dazu kommt: Die Abrechnung folgt festen Marktkommunikationsregeln und kaum eine Branche ist so stark reguliert wie die Energiewirtschaft. Preise ändern sich dynamisch.
Auch das Leben der Kunden:innen ist von Ausnahmen geprägt. Menschen und Unternehmen leben und arbeiten flexibler: Zählerwechsel, Umzüge oder Lieferantenwechsel sind heute Standard, nicht Ausnahme.

Diese Komplexität trifft auf historisch gewachsene IT-Landschaften in denen erstaunlich viel noch manuell gemacht werden muss und jede Energie- und Netzgesellschaft neue Regularien in ihrem System umsetzt. Das ist nicht nur zeitaufwendig, sondern es gehen auch Skalierungseffekte verloren.  

Die Lösung: Digitalisierung & Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit 

Die Lösung liegt auf der Hand: eine gemeinsame Software, die energiewirtschaftliche Herausforderungen abdeckt und regulatorische und fachliche Änderungen in einer Plattform übersetzt. Mit diesem Ziel haben sich 33 energiewirtschaftliche Unternehmen zusammengeschlossen, um eine Abrechnungsplattform zu entwickeln.  

TAP, die Thüga-Abrechnungsplattform, ist eine Software-as-a-Service-Plattform, die energiewirtschaftliche Abwicklungs- und Abrechnungsprozesse digitalisiert, standardisiert und automatisiert. Sie adressiert alle relevanten Marktrollen und bringt Struktur in eine hochkomplexe Prozesslandschaft.  

Eines der größten IT-Projekte in der EnWi seit 20 Jahren: wie geht man so ein Projekt an?  

Komplexe Prozesse, unterschiedliche IT-Landschaften und 33 Unternehmen: ein Mamut Projekt! Wie geht man sowas an? Man holt sich Expert:innen ins Boot: 

Die TAP Steuerungsgesellschaft (TAP SG) ist das steuernde Projektteam hinter TAP:  Sie verantwortet die strategische und operative Weiterentwicklung der Plattform, koordiniert als zentrale Schnittstellen und die Zusammenarbeit. 

Mit Accenture, einem der weltweit größten IT-Beraterunternehmen, wird die Plattform geschaffen. 

SAP liefert als etablierter Anbieter die technologische Grundlage. 

Und für die Begleitung, Programm und Change-Management, der ersten Kohorte (= ersten Unternehmen, bei denen TAP eingeführt wird), ist hxi dabei: Spezialist:innen für Mensch, Kultur und Digitalisierung in der Energiewirtschaft!   

Unsere Aufgabe also: die verschiedenen Häuser/Unternehmen der ersten Kohorte begleiten, Vernetzung und eine Zusammenarbeit bewerkstelligen.

Wir halten die Perspektiven der Unternehmen zusammen, steuern die Komplexität und begleiten die menschliche Seite eines der größten Digitalprojekte der Energiewirtschaft. Welche Erfahrungen wir dabei sammeln, wie wir im Change- und Programmmanagement vorgehen erzählen wir im nächsten Artikel. 

Und wer konkrete Eindrücke aus erster Hand sucht: Am 17.06.in unserer Netz & Energie-Reihe berichten Karen Langer (Beraterin bei hxi & Change Managerin bei TAP) und Yvonne Kaiser (eins energie in Sachsen) von ihren Erfahrungen und Learnings aus dem Change:
LinkedIn Event: Netz & Energie // Change in IT-Transformationen


Projektteam

  • Karen Langer

    Karen Langer

  • Frederik Börner

    Frederik Börner

  • Susanne Purwins

    Susanne Purwins

  • Gianna Halden

    Gianna Halden